Aktuelles im Oktober 2026
BMZ-Neuerwerbungen 1. & 2. Quartal 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns, Ihnen 538 Neuerwerbungen (Bücher, Hefte, audiovisuelle und Online-Medien) aus dem 1. & 2. Quartal 2026 präsentieren zu dürfen. Es werden auch die Inhaltsbeschreibungen, die vergebenen Schlagworte sowie Internet-Links zu den Inhaltsverzeichnissen, Volltexten oder Filmdateien der jeweiligen Titel mit abgedruckt. Bitte beachten Sie, dass unmittelbar hinter den Verfasser-Namen die Geburtsdaten der Autoren erscheinen. Diese sind nicht mit den Erscheinungsjahren der Bücher zu verwechseln. Letztere werden im Text zwischen Verlagsangabe und Seitenzahl angezeigt. Viel Freude beim Stöbern wünscht Ihre Bibliotheks- und Medienzentrale.
Ein Klick auf die Bilder unten führt zum Download der Listen.
Buch- und Film-Neuerwerbungen im Oktober - einzeln vorgestellt
Ferdinand Sutterlüty:
Widerstehen - Versuche eines richtigen Lebens im falschen
Bonn : Bundeszentrale für politische Bildung 2025, 205 Seiten
ISBN 978-3-7425-1246-8
Welche Schlussfolgerungen für ihr Handeln ziehen Menschen aus der Diagnose, dass sie in einer von Ungerechtigkeit und Ignoranz geprägten Gesellschaft leben? Der Soziologe Ferdinand Sutterlüty zeigt, dass diese keineswegs resignativ-angepasst oder politisch-revolutionär ausfallen müssen - sondern auch darin bestehen können, den Anspruch auf moralische Richtigkeit auf verschiedene Weise im Alltag wirksam werden zu lassen.
Der Autor ist an unterschiedliche Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz gereist und hat sich mit Menschen getroffen, die sich in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit mit viel Einsatz kleineren oder größeren Ungerechtigkeiten entgegenstemmen. Die Gespräche mit ihnen machen deutlich, wie die Menschen sehr individuell und vielfältig dem Druck zur Konformität in ihrem Lebensalltag und ihrem beruflichen Umfeld widerstehen. Exemplarisch verdeutlichen sie, wie Mut, Beharrlichkeit und der Wille zur Veränderung konkrete Gestalt annehmen können - sei es als Seenotretter, Forstbeamtin, Reinigungskraft, Lehrer oder Landwirtin. Ob im Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen, im Engagement gegen Diskriminierung oder im Versuch, ein Leben im bewussten Einklang mit der ökologischen und sozialen Umwelt zu führen: Die Porträts veranschaulichen, dass individuelle Entscheidungen einen Unterschied machen und Spielräume für Widerstand gegen ungerechte gesellschaftliche Zustände bestehen.
Sohn Gottes
Jakob Vyzina, Katholisches Filmwerk, Kurzspielfilm, Deutschland/Österreich 2025
Online-Video (4 Minuten)
Beim Saubermachen in der Kirche postet Eddie zwischendurch aus Spaß das Foto der hölzernen Jesusfigur mit einem Joint zwischen den Fingern. Das hat überraschende Folgen: Sein Account wird gesperrt, und jemand beginnt, ihn über Social Media zu erpressen. Gefordert sind 400 Euro Ablass und es drohen weitere Konsequenzen. Eddie glaubt zunächst an einen Hacker, doch es stellt sich heraus, dass Gott sich persönlich zu Wort meldet, weil ihm das Foto zu weit geht. Doch dann schaltet sich Jesus selbst ein.
Mit Verleih- und Vorführrechten!
Alena Buyx:
Leben & Sterben - die großen Fragen ethisch entscheiden
Bonn : Bundeszentrale für politische Bildung 2025, 302 Seiten
ISBN 978-3-7425-1263-5
Geburt, Krankheit oder Tod werfen grundsätzliche Fragen auf. Oft sind diese zugleich emotional herausfordernd und ethisch heikel. Dies gilt umso mehr, als der medizinische Fortschritt Behandlungsmöglichkeiten verändert, ethische Prinzipien berührt und damit in bestimmten Lebenslagen Entscheidungen erschweren kann.
Welche Mittel etwa können und dürfen genutzt werden, um Menschen den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen, und welche Entscheidungsfreiheit darf werdenden Eltern - zum Beispiel bei absehbaren Behinderungen des Kindes - eingeräumt werden? Welche neuen Chancen und Risiken bringen die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz mit sich? Vor welche medizinischen und ethischen Fragen stellen uns unheilbare Krankheiten - sowohl bei Menschen, die selbst über ihre Behandlung und ihr Lebensende bestimmen können und wollen, aber auch bei denjenigen, bei denen es ohne jedes familiäre Umfeld zu handeln gilt? Welche Rolle können und sollen Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Angehörige in solchen Lagen einnehmen?
Die Medizinerin und Medizinethikerin Alena Buyx schildert an vielen Beispielen, wie unvermittelt und drängend derlei Situationen über uns hereinbrechen und einen Umgang damit erzwingen können und wie schwierig etwa die Abwägung für oder gegen eine Therapie sein kann. Sie wirbt dafür, sich frühzeitig, informiert und bewusst mit den eigenen Vorstellungen darüber auseinanderzusetzen, wie eine medizinisch wie ethisch gute Behandlung und Begleitung gewährleistet werden soll, wenn das eigene Leben oder das unserer Angehörigen durch Krankheit bedroht ist oder zu Ende geht.
Katrin Eigendorf:
Erzählen, was ist - Berichten am Limit in einer Zeit der Kriege
Frankfurt am Main : S. Fischer 2026, 255 Seiten
ISBN 978-3-10-397699-1
Sie spricht mit den Taliban, begleitet ukrainische Soldaten an der Front und erzählt die Geschichten von mutigen Frauen in Afghanistan, die in Untergrund-Schulen unterrichten. Katrin Eigendorf ist dort unterwegs, wo die Welt ins Wanken gerät. Es sind existenzielle, häufig auch schmerzhafte Begegnungen, mit Menschen, deren Geschichten die Reporterin erzählt. Nicht aus der Distanz, nur aus der Nähe, aus der eigenen Anschauung und Anteilnahme lässt sich über Krieg berichten. Mit großer Empathie und Realitätsgenauigkeit macht sie selbst komplexe Sachverhalte verständlich. Dadurch eröffnet sie uns vielseitige Perspektiven, die uns nicht ohnmächtig zurücklassen, sondern Orientierung in einer zunehmend komplexen Weltsituation schaffen.
Christian Hümpfner (Hg.):
Gemeinsam lebendig bleiben - ökumenische Impulse für eine Kirche mit Zukunft
Freiburg : Herder 2026, 256 Seiten
ISBN 978-3-451-02619-5
Wie lebendig ist unsere Kirche? Über 1.000 Menschen aus unterschiedlichen Konfessionen haben diese Frage beantwortet - ehrlich, kritisch und hoffnungsvoll. Die Ergebnisse bilden die Grundlage dieses Praxisbandes, der Zahlen mit geistlichem Tiefgang und empirische Forschung mit theologischer Reflexion verbindet. Das Buch zeigt, wie Kirche heute tatsächlich erlebt wird - in Verkündigung, Liturgie, Diakonie und Gemeinschaft. Es macht sichtbar, wo Glaube trägt, wo Predigt berührt, wo Seelsorge und Gemeinschaft stark sind - und ebenso, wo Kirche ihre Menschen nicht mehr erreicht. Der Band richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche, an Pastoral- und Gemeindeteams, Leitungsverantwortliche, Forschende und alle, die Kirche vor Ort gestalten.
Felix Eiffler (Hg.):
Postparochiale Kirche - Veränderungsdynamiken in ökumenischer Perspektive
Leipzig : Evangelische Verlagsanstalt 2026, 383 Seiten
ISBN 978-3-374-08199-8
Der Band analysiert die tiefgreifenden Strukturumbrüche der Kirchen im Horizont gesellschaftlicher Transformation. Die Beiträge entfalten den Begriff der "Postparochialität" als ökumenische Suchbewegung jenseits bestehender territorialer Raumbezüge. In historischer, kirchentheoretischer und praxisbezogener Perspektive werden neue Raum-, Organisations- und Sozialformen kirchlichen Handelns vorgestellt und diskutiert. Wissenschaftliche Analysen und konkrete Praxisbeispiele eröffnen einen reflektierten Diskursraum für Kirchenentwicklung. Der ökumenisch verantwortete Band richtet sich an Theologie, Kirchenleitung und kirchliche Praxis gleichermaßen und bietet einen substanziellen Beitrag zur Zukunft von kirchlicher Präsenz und Sendung.
Kay Wolfinger (Hg.):
Rückkehr der Religion - passé? - Christliche Spuren in Literatur und Filmen der Gegenwart
Regensburg : Pustet 2026, 173 Seiten
ISBN 978-3-7917-3567-2
Die christliche und insbesondere die katholische Literatur ist in der jüngsten Forschung kaum mehr präsent. Um diesem Trend entgegenzuwirken, analysieren Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Theologinnen und Theologen sowohl Romane der Gegenwartsliteratur als auch Serien wie "The Young Pope". Kehrt die Religion in der Literatur wieder - etwa in Werken von Andreas Maier, Angela Lehner, Thomas Hürlimann, Nora Gomringer, Arnold Stadler u.a.? Wenn ja, in welchem Gewand? Gibt es explizit christliche Spuren in zeitgenössischen Medien? Und wie ist der Trend zum neuen Geheimnisvollen oder die Faszination für Magie im Film einzuordnen? Oder ist die Frage nach der Wiederkehr der Religion selbst schon wieder passé? Die Autorinnen und Autoren öffnen ein vernachlässigtes Forschungsfeld neu für die Zukunft.
Eduard Zwierlein & Sylvia Brathuhn:
Dem Unbegreiflichen begegnen - mit Rilke Trauer begleiten und Trost erfahren
Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht 2026, 141 Seiten
ISBN 978-3-525-40889-6
Suchen Sie nach neuen, gehaltvollen Ansätzen für die Begleitung, Beratung oder das Coaching trauernder Menschen? Der vor 100 Jahren gestorbene Dichter Rainer Maria Rilke steht als Weggefährte an Ihrer Seite, und seine Poesie wird hier zum ersten Mal für diese Thematik erschlossen. Die Autoren verknüpfen Rilkes poetische Einsichten und sein einzigartiges Verständnis von Trauer und Trost mit erprobten Methoden in der Trauerbegleitung - so wird die transformative Kraft der Poesie greifbar. Anhand konkreter Fallbeispiele und Übungen erfahren Sie, wie Rilkes Texte bei Schmerz, Verlust und letztlich beim Heilen wirksam werden. Das Buch beleuchtet zudem Rilkes Entwicklung als Dichter und Denker und bietet eine solide theoretische Basis in Verbindung mit dem bewährten Trauermodell der Werdeschritte von Sylvia Brathuhn.
Teresa - die Frau hinter der Ikone - ein Leben zwischen Licht und Schatten
Teona Strugar Mitevska, Spielfilm, Schweden/Dänemark/Belgien 2025
DVD-Video & Online-Video (100 Minuten)
Kalkutta, Indien, August 1948. Die schwüle Hitze liegt schwer über den Straßen, Armut und Hoffnungslosigkeit prägen das Bild der Stadt. Inmitten dieses Chaos trifft Mutter Teresa, Oberin der Schwestern von Loreto, eine folgenschwere Entscheidung: Sie erhält endlich die Erlaubnis, das Kloster zu verlassen - alles hinter sich zu lassen, um einem höheren Ruf zu folgen. Getrieben von einer inneren Stimme, die sie nicht länger ignorieren kann, wagt sie den Schritt ins Ungewisse. Sie will einen neuen Orden gründen, einen Orden für die Ärmsten der Armen. Doch kaum hat ihr Weg begonnen, gerät sie ins Wanken. Zweifel nagen an ihr, Einsamkeit wird zu ihrem ständigen Begleiter, und die harte Realität auf Kalkuttas Straßen droht, ihre Vision zu zerstören. Am entscheidendsten Wendepunkt ihres Lebens steht Teresa vor einem tiefen inneren Konflikt: Ist ihr Glaube stark genug, um die Dunkelheit zu tragen, die ihr begegnet? Oder wird die Last ihrer Mission sie zerbrechen? "Teresa - die Frau hinter der Ikone" ist ein intensives, emotionales Drama über Mut, Glaube und die zerreißende Kraft einer Berufung, die alles fordert - und nichts verspricht.
Mit Verleih- und Vorführrechten!
Matthias Eichel:
Wie eine Schatzkiste - 222 überraschende Begegnungen mit Gott
Bielefeld : Luther-Verlag 2026, 260 Seiten
ISBN 978-3-7858-0957-0
Dieses Buch ist wie ein liebevoll gehüteter Schatz: 222 Gedanken - wertvoll, tiefgründig und manchmal unerwartet. Jeder Text eröffnet einen Blick auf Gott und unseren Glauben im Alltag - mal sanft, mal herausfordernd, immer aber unverstellt klar. Die kurzen Impulse laden dazu ein, innezuhalten, neu zu staunen und Gottes Gegenwart in den kleinen wie großen Momenten des Lebens zu entdecken. Ein Begleiter für jeden Tag - und eine Schatztruhe, die sich immer wieder neu öffnen lässt.
Catherine Nixey:
Ketzer - Jesus Christus und die anderen Söhne Gottes - eine neue Geschichte des frühen Christentums
München : Deutsche Verlags-Anstalt 2026, 424 Seiten
ISBN 978-3-421-04879-0
Im Gegensatz zu den heutigen Lehren der Kirche herrschte in den ersten Jahrhunderten des Christentums kein Konsens darüber, wer Jesus war. Stattdessen existierten zahlreiche unterschiedliche Vorstellungen von ihm. Jesus hatte viele Brüder: Einer reiste nach Indien, ein anderer verkehrte mit Drachen, wieder ein anderer war ein Zwilling von Jesus. Ein besonders furchterregender Jesus verachtete seine Eltern und tötete alle, die sich ihm widersetzten. Darüber hinaus gab es viele weitere Erlöser, zahlreiche Söhne von Göttern, die Lahme kurierten und Kranke heilten. Doch mit der Ausbreitung des Christentums wurden sie als inakzeptabel, ja sogar als ketzerisch eingestuft und verschwanden allmählich aus dem Blickfeld.
Peter Zimmerling:
Ein Gott, der richtet?
Leipzig : Evangelische Verlagsanstalt 2026, 245 Seiten
ISBN 978-3-374-08108-0
Die Vorstellung von einem richtenden Gott spielt gegenwärtig in Theologie, Kirche und Gesellschaft höchstens eine marginale Rolle. Das verbreitete Bild vom liebenden Gott wird häufig als unvereinbar mit einem richtenden Handeln Gottes betrachtet. Im Gegensatz dazu ist die Rede vom unberechenbaren, zornigen und richtenden Gott fester Bestandteil des Alten und Neuen Testaments: "Schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen." (Hebr 10,31). Auch die biblische Hoffnung auf ein Ende allen Unrechts ist untrennbar mit der Erwartung von Gottes Gericht verbunden. Das Buch fragt, wie ein richtender Gott heute theologisch gedacht und im kirchlichen Leben zur Geltung gebracht werden kann. Das geschieht in (ökumenischen) Beiträgen aus den unterschiedlichen theologischen Disziplinen und aus dem Bereich von Psychologie und Kunstgeschichte.
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